Designer_Niggli_Corsin

Corsin Niggli in der Schreinerzeitung 04/2012

Corsin Niggli stellt im young designers market seine selbst designten Möbel Staila alva und Pagina aus. Lese hier das Interview aus der Schreiner Zeitung:

Der gebürtige Bündner aus La Punt Chamues-ch erlernte den Beruf des Möbelschreiners und studierte nach wenigen Berufsjahren an der Berner Fachhochschule AHB in Biel die Fachrichtung Holztechnik. Nach seinem Abschluss 2008 arbeitete er im Bereich Produktentwicklung für die Wellis AG. 2009 eröffnete er ein Gemeinschaftsatelier in Luzern und gründete die Marke «corsinniggli product». Er möchte funktionelle Produkte schaffen, die Wertigkeit ausstrahlen. Erhältlich sind diese beim Young Designers Market (YDM) der Stadt Luzern. Seit 2010 arbeitet er zudem bei der Veriset Küchen AG mit dem Schwerpunkt PPS (Produktionsplanung und Steuerung).

Die SchreinerZeitung: Wie beginnen sie Ihren Arbeitstag?
Corsin Niggli: Ich starte mit einer grossen Tasse Kaffee mit viel Milch, zwei Zucker und einem Lächeln im Gesicht.
Was inspiriert Sie?
Die meisten Inspirationen ergeben sich aus alltäglichen Situationen. Ich bin ein Mensch, der gerne seine Umgebung beobachtet und Freunden in Gesprächen aufmerksam zuhört. Daraus entwickeln sich die spannendsten Ideen und Anstösse für neue Projekte.
Warum sind Sie Designer geworden?
Aus Liebe zum Detail. Das ist die treibende Kraft meiner Arbeit. Denn ich bin überzeugt, dass letztlich die vielen kleinen Details das Gesamtbild eines Produkts jeweils positiv oder negativ beeinflussen. So kann der Griff eines Möbelstückes darüber entscheiden, ob das Stück 100- oder 1000-mal abgesetzt wird.
Welche Rolle spielt das Handwerk für die Gestaltung?
Das eine geht ohne das andere nicht. Das Gestalten beginnt oft mit der Skizze einer Idee und endet mit der Herstellung der Nullserie. Auf diesem Weg ist das Handwerk eines der wichtigsten Hilfsmittel, um die Skizzen in Prototypen umzusetzen. Das Handwerk ermöglicht für mich eine Machbarkeitsprüfung im Hinblick auf die Proportionen, die Materialisierung und die Funktionalität.
Welche gestalterische Leistung berührt Sie und warum?
Mich berühren Werke, die einzigartig und trotzdem selbsterklärend sind. Ein Beispiel dafür ist der Bookinist von Nils Holger Moor-mann. Das ist eine witzige und praktische Alternative zum Lesesessel.
Was macht einen Gestalter erfolgreich?
Ein erfolgreicher Gestalter sieht Dinge, die im Alltag vieler Menschen fehlen und ihn dadurch beschwerlich machen. Er sucht nach einer Lösung. Das heisst, er besitzt die Fähigkeit, aus dieser Erkenntnis clevere und wertige Produkte zu schaffen, welche die Lebensqualität verbessern.
Was möchten Sie auf jeden Fall noch entwerfen?
Da gibt es noch so einige Wünsche, beispielsweise schwebt mir ein Stuhl vor und nicht zuletzt ein cooles, platzsparendes und multikulti-taugliches Entsorgungssystem in Form eines Möbels.